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Das versteckte Paradies

Mein Blick wandert über das Wattenmeer. Kleine Krebse erkunden das Terrain, das vor zwei Stunden noch dem Wasser gehörte. Ein Schiffshorn kündigt die Ankunft einer Fähre an. Für einen kurzen Augenblick schweifen meine Gedanken in meine friesische Heimat, nach Norddeich oder Bensersiel. Doch die strahlende Sonne, statt steifer Brise und das Knattern der Longtailboote, holen mich schnell zurück. Nach Pak Meng.
Von Lars Wadehn

„Wohin willst Du?“, fragen mich meine Freunde ungläubig. „Nach Koh Kradan“, sage ich und befinde ich mich unfreiwillig in einer kleinen Geografie-Stunde. Was kein Problem ist, denn nur zu gern erzähle ich etwas über das wenig bekannte Paradies im Süden Thailands, genauer: In der Provinz Trang, südlich von Krabi.

Obwohl die bekannteren Urlaubsziele, wie Koh Lanta, Ao Nang oder Railey Beach, gar nicht so weit entfernt sind, sind die Andaman Inseln bei Trang der Aufmerksamkeit der meisten Thailand-Besucher bisher entwischt. Völlig zu Unrecht, denn Koh Mook, Koh Ngai, Koh Kradan und die etwas weiter entfernten Inseln Koh Rok Nok und Koh Rok Nai, bieten atemberaubende Landschaften, paradiesische Strände, gute Tauch- und Schnorchelplätze und köstlichstes, frisches Seafood. Fernsehproduzenten haben diese Gegend schon vor Jahren entdeckt. Schon mehrfach wurden Shows à la „Survivor“ hier gedreht. Ein Indiz für den zu erwartenden Augenschmaus.

Sprungbrett für diese traumhafte Inselwelt ist Pak Meng, ein kleines, verschlafenes Küstendorf, 1,5 Autostunden vom Flughafen Krabi entfernt oder etwa eine Stunde vom Flughafen Trang. Die Menschen hier heißen Miang, Samran oder Chai, haben alle eine deutlich dunklere Hautfarbe, sind wahnsinning freundlich und hilfsbereit und Experten im Müßiggang. Sie sitzen an der Pier, schauen auf’s Meer und kümmern sich unaufdringlich um die Reisenden, die kleckerweise im Laufe des Tages am Anleger vorfahren, um ihre Reise mit einem der Boote fortzusetzen. Zwei Entscheidungen muss man hier treffen: Speedboot, Longtail oder Fähre, und: Wohin zuerst? Koh Mook, Koh Ngai oder Koh Kradan?

Ich habe mich, wie erwähnt, diesmal für Koh Kradan entschieden. Wenig später sitze ich in einem Longtailboot und knattere gemütlich über die glatte Andaman-See, vorbei an Koh Mook nach Koh Kradan. Koh Mooks steile Kalksteinfelsen ragen aus dem Meer, da

zwischen kleine, verborgene Strände wie der filmreife Sabai Beach. Wir passieren auch den Eingang der Tham Morakot (Emerald Cave, Smaragdgrotte), eines der Ausflugshighlights dieser Gegend. Boote bringen sogar Reisende aus Koh Lanta hierher, die in Scharen ins Wasser springen, um durch die kleine Felsöffnung und einen 80 Meter langen Tunnel zu schwimmen, an dessen Ende ein weißer Strand inmitten eines großen Fels-Zylinders jedem den Atem verschlägt.

Nach eineinhalbstündiger Fahrt wechselt die Farbe des Meeres von dunkelblau zu türkis und wir nähern uns dem Paradise Beach auf der Ostseite von Koh Kradan. Ich habe schon viele schöne Strände gesehen in Thailand, aber dieser hier schafft es auf Anhieb in die Top 5. Fast über die gesamte Länge der Insel erstreckt sich dieser nicht sonderlich tiefe, aber weiß- und feinsandige Strand, gesäumt mit abwechslungsreicher Vegetation, im Hintergrund dicht bewachsene Hügel. Das Meer fällt sachte ab, bis zu einem Drop-Korallenriff, an dem sich prima schnorcheln lässt. Ein Traum!

Unendliche Ruhe

Etwas später sitze ich vor meinem Bungalow des erst im letzten November eröffneten „Sevenseas Resorts“ und genieße die unendliche Ruhe und den fantastischen Blick. Auf Koh Kradan gibt es 4 Resorts verschiedener Preisklassen (siehe Info-Box). Ich habe mich diesmal für die Luxusvariante entschieden. Ist zwar etwas teurer, dafür aber schlicht schick, mit sehr freundlichem Personal und einem ausgezeichneten Restaurant. Natürlich wage ich es nicht, am Abend etwas anderes zu essen als Fisch und Meeresfrüchte.
Nirgendwo sonst ist das Seafood frischer, denn neben dem Tourismus ist Fischerei die größte Einnahmequelle in dieser Gegend. Eine versinkende Sonne gibt es zum Abendessen nicht, da die Resorts, wie erwähnt, auf der Ostseite der Insel liegen, aber dafür hält Kradan eigens den ebenfalls wunderschönen Sunset Beach im Westen bereit, der durch einen Fußmarsch über die Insel oder per Boot zu erreichen ist.

Die Insel Koh Ngai (oder auch Koh Hai), liegt etwas nördlich von Koh Kradan. Auch Koh Ngai hat seine Traumstrände überwiegend auf der Ostseite, aber auch zwei Strände im Süden. Die Insel ist etwas größer und bietet 8 verschiedene Hotels. Das „Koh Ngai Resort“ ist das erste Resort, das die meisten Koh Ngai Besucher zu Gesicht bekommen, denn es verfügt über eine eigene Pier, von wo aus Longtailboote die anderen Resorts ansteuern. Von Koh Ngai hat man einen tollen Blick auf die drei großen Kalksteinfelsen, die wie eine Kette zwischen Koh Ngai und Koh Mook aus dem Meer ragen.

Koh Mook ist die größte der drei Inseln und die einzige, mit so etwas ähnlichem wie einer Straße, die das muslemische, etwas schmutzige aber sehenswerte Fischerdorf Baan Koh Mook mit dem „Charlie Beach Resort“ und dem „Rubbertree Resort“ verbindet. Östlich vom Fischerdorf liegt der schönste Strand von Koh Mook auf einer pfeilförmigen Sandbank. Vor drei Jahren hat sich das „Sivalai Beach Resort“ diese Traumlage zu eigen gemacht. Unter Palmen stehen die hübschen Bungalows direkt auf dem Strand

Ruhige Wassersportarten

Was alle drei Inseln verbindet, sind Ruhe und Gelassenheit. Jetskis und Wasserski sucht man gottlob vergeblich, dafür gibt es hervorragende „sinnige“ Wassersportmöglichkeiten: Tauchen, Schnorcheln, Kajak fahren oder einfach nur schwimmen. Auch ATM’s und 7-Eleven haben die Inseln noch nicht entdeckt und einzig auf Koh Mook gibt es eine handvoll Pickups und zum Mini-Tuktuk umgebaute Motorräder, die Gäste vom Pier in die Hotels bringen.

Ich habe also gar keine andere Wahl als mich zu erholen, schenke mir noch ein Glas Wein ein und freue mich auf den nächsten Morgen, wenn das Meer von seinem Ebbe-Ausflug zurück ist und ich mit Brille, Schnorchel und Flossen ausgestattet, Nemo und seinen Freunden einen guten Tag wünschen kann.

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REISEZEIT

Hauptsaison ist November bis April. Die Regenzeit beginnt im Mai und bringt zwar durchaus schönes Wetter, aber auch den einen oder anderen Sturm und einen hohen Wellengang.

ANREISE

Von Bangkok Suvarnabhumi mit Thai oder Thai AirAsia nach KRABI (mehrere Verbindungen täglich), von dort aus per Taxi oder Minivan nach Pak Meng (ca. 1,5 Stunden), dann per Longtail-, Speedboot oder Fähre auf die Inseln. Fahrgemeinschaften senken den Preis pro Person.

Oder von Bangkok Don Muang in die Provinzhauptstadt TRANG mit Nok Air (einmal täglich), dann per Taxi nach Pak Meng oder zum Kuan Tung Ku Pier, das etwas näher an Koh Mook liegt.

Alle Hotels haben Kooperationspartner auf dem Festland und können die Transfers vorab vermitteln. Aber auch auf eigene Faust ist die Anreise gar kein Problem.

HOTELS

SEVENSEAS RESORT, KOH KRADAN
Schickes, neues Resort mit komfortablen Bungalows direkt am Traumstrand, Swimmingpool für Süßwasserfreunde, sehr gutem Restaurant und Wireless Internet überall im Resort. $$$

KOH KRADAN ISLAND RESORT, KOH KRADAN
Einfache, originäre Bambus-Hütten am Traumstrand. Wer auf Komfort verzichten kann, mit kleinerem Geldbeutel reist und sich unter Backpackern wohlfühlt, ist hier richtig aufgehoben. $

KOH NGAI RESORT, KOH NGAI
Großes Resort mit unterschiedlichen Bungalow- und Zimmerkategorien, hübscher, eigener Strand und kleiner Swimmingpool. $$

THAPWARIN RESORT, KOH NGAI
Nette Bungalows am tollen Strand. $$

SIVALAI RESORT, KOH MOOK
Auf einer wunderschönen Sandbank gelegen, die wie eine Pfeilspitze ins Meer ragt. Schicke Bungalows, Palmen, „Da weiß man, was man hat, guten Abend!“ $$$

CHARLIE BEACH RESORT, KOH MOOK
Um die Ecke von der Smaragdgrotte, schöner Strand, einfache Hütten und A/C Bungalows, großes Restaurant, Pool, Tauch-basis und kleiner Shop. Sehr beliebt. $$

SEHENSWÜRDIGKEITEN

THAM MORAKOT/EMERALD CAVE/ SMARAGDGROTTE AUF KOH MOOK
DIE Attraktion in der Gegend, ähnlich beliebt wie Maya Bay bei Koh Phi Phi. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Hotel und lassen sich einen lokalen Guide vermitteln, der Sie dorthin bringt, wenn die Touristenboote aus Koh Lanta und Krabi noch nicht da sind, denn sonst kann es passieren, das sie sich in Schwimmweste an einem Seil mit 50 Japanern oder Chinesen wiederfi nden und das raubt dem Schauplatz den Charme statt den Atem

KOH ROK NOK UND KOH ROK NAI
Diese zwei Inseln liegen weit draußen in der Andamansee, sind aber ein landschaftlicher Augenschmaus und einen Ausfl ug absolut wert: Grandiose Strände, Riffs und üppige Vegetation. Hotels gibt es hier nicht, nur einen kontrollierten Campingplatz für absolute Naturfreunde. Wegen der Entfernung am besten mit dem Speedboat und in der Regenzeit (Mai-Oktober) nur für hartgesottene, seetüchtige Reisende zu erreichen.

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