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„Die Vorurteile stimmen im positiven Sinne. Deutsche sind wirklich sehr pünktlich“, sagt Sujit Inthaiwong, und sie weiß wovon sie spricht: Zweimal bereits war sie für jeweils vier Jahre in Deutschland und hat im BOI Büro in Frankfurt gearbeitet. Dort hatte sie Gelegenheit, deutsche Mentalität und deutsches Geschäftsgebaren aus erster Hand kennenzulernen. Die dort gesammelten Erfahrungen erweisen sich für sie heute in ihrer Position als Vize-Generalsekretärin des BOI oft als nützlich.
„Fängt man an mit Deutschen zu verhandeln und eine Geschäftsbeziehung aufzubauen, werden Sie schnell zu Partnern, auf deren Wort man sich verlassen kann“, erläutert Inthaiwong weiter. Nun hat sie sich vorgenommen, noch mehr Deutsche Investoren für eine Geschäftsansiedlung im Königreich zu begeistern. „Die Möglichkeiten, die wir potentiellen Investoren bieten können, sind viel zu wenig bekannt. Thailand ist nicht nur ein Urlaubsland. Wenn man in Südostasien investieren möchte, führt an Thailand eigentlich kein Weg vorbei. Wir sind hier die Stärksten, da bei uns insgesamt die Rahmenbedingungen am besten sind“.
Und die Zahlen geben ihr Recht: Nach neuesten Untersuchungen der Weltbank beispielsweise steht Thailand weltweit bereits auf Platz 15 wenn es darum geht, wie leicht es Investoren gemacht wird, sich anzusiedeln. Gleichzeitig bekleidet Thailand Rang 11 im weltweiten Vergleich der für Investitionen interessantesten Volkswirtschaften.
ZU WENIGE DEUTSCHE PROJEKTE
So gar nicht zu diesen Fakten passen mag das Bild, welches Inthaiwong zeichnet: „Wir als Board of Investment haben im vergangenen Jahr insgesamt etwa 1.500 Projekte gefördert. Rund die Hälfte dieser Projekte wurden dabei von ausländischen Investoren initiiert. Leider waren nur ganze 29 Deutsche Projekte darunter“, berichtet sie von ihren Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit. Auf dieses Missverhältnis angesprochen, nennt Inthaiwong mehrere Gründe. Zum einen sei es viel zu wenig bekannt welche Möglichkeiten das BOI im Rahmen der Wirtschaftsförderung ausländischen Investoren biete. Darüber hinaus gäbe es nach wie vor das Vorurteil, das BOI fördere als staatlich getragene Institution ausschließlich Großprojekte von Konzernen. „Natürlich unterstützen wir auch Projekte der Global-Player wie z.B. Siemens oder Bayer. Die sind von großer Bedeutung für die thailändische Wirtschaft und ohne sie geht es nicht. Weit mehr als die Hälfte der Projekte, die wir für förderungswürdig halten, sind allerdings von Mittelständlern an uns herangetragen worden.“ So waren bei 13 der insgesamt 29 geförderten Projekte in 2007 mit Deutscher Beteiligung die Investitionssummen im Bereich von 10 Millionen Baht oder weniger. |
STEUERERLEICHTERUNGEN,ZOLLBEFREIUNGEN UND MEHR
Das BOI kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise helfen. „Wir haben je nach Projektart und Ansiedlungsregion ein ganzes Portfolio an Förderungsmöglichkeiten“, erklärt Inthaiwong: „Wir helfen bei der Besorgung der nötigen Genehmigungen und bei der Rekrutierung des geeigneten Personals. Außerdem können wir sehr interessante Möglichkeiten im Bereich der Steuererleichterungen bieten.“ So kann das BOI zum Beispiel für bestimmte Projekte eine Reduzierung oder sogar eine komplette Befreiung von der Einkommenssteuer für Firmen erteilen, und das sogar für einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren. Auch eine Zollbefreiung für den Import benötigter Maschinen gehört zum Programm. Am interessantesten scheint jedoch ein weiteres Instrument im Programm des BOI: Es kann auf Antrag von der immer wieder problematischen Regel befreien, dass Ausländer an thailändischen Firmen keine nominelle Mehrheit halten dürfen. „Auch dies kommt auf die Region an, in der investiert wird und auf die Branche. Es ist allerdings weder selten, noch ungewöhnlich, dass wir eine solche Befreiung erteilen“, erklärt Inthaiwong. Als besonders förderungswürdig werden im Übrigen Projekte aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Medizintechnik und Softwareentwicklung angesehen. „Grundsätzlich empfehlen wir jedoch jedem potentiellen Investor zunächst das Gespräch mit uns zu suchen. Viele werden über die Möglichkeiten überrascht sein, die wir ihnen eröffnen können“, wirbt Inthaiwong.
„THAILAND INVESTMENT YEAR 2008/2009”
So hat das BOI 2008 und 2009 zum „Thailand Investment Year“ ausgerufen. Gemeint ist eine Aktion, die noch mehr ausländische Investitionen nach Thailand bringen soll. „Es soll eine größere Aufmerksamkeit erreicht werden und wir möchten noch stärker über die Stärken Thailands informieren. Auch haben wir nochmal unsere Serviceangebote verbessert“, verspricht Inthaiwong. Sie legt Interessierten insbesondere auch ihren ehemaligen Arbeitsplatz, das BOI-Büro in Frankfurt, als Anlaufstelle ans Herz: „Deutsche haben hier besonders gute Möglichkeiten sich zu informieren. Auch die Sprachbarrieren sind niedriger. Es gibt überhaupt in Europa nur zwei Außenstellen des BOI: Frankfurt und Paris. Deutsche Investoren sollten von diesem Vorteil Gebrauch machen“. |