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Die Bilderbuchstrände, eine unvergleichliche Küche und freundliche, immer lächelnde Menschen: Dieses Image brachte Thailand über Jahre hinweg nicht nur Millionen von Touristen sondern es wirkte auch vertrauenerweckend auf ausländische Investoren. Während die Wirtschaftslage von Nachbarstaaten unstabil und oft schwer vorauszusagen war, galt Thailand seit der Asienkrise als solider Wert für sicheres Wachstum. Doch die Turbulenzen der letzten Monate erschreckten nicht nur die Touristen, sondern sie lernen auch Investoren das Fürchten. Dem Lächeln folgt offenbar die Angst.
Von einer Million Arbeitslosen im nächsten Jahr konnte man lesen und bereits geisterte das Gespenst von einem Nullwachstum herum. Man mochte schon fast glauben, dass sich die Herren Politiker und Wirtschaftskapitäne einen Wettkampf mit schlechten Prognosen liefern wollen. Was stimmt, weiß niemand. Sicher ist nur: Thailands Wirtschaft leidet nebst der globalen Krise auch an einer ernst zu nehmenden hausgemachten Krise. Wie ausländische Firmen darauf reagieren und welche Lösungsansätze gesucht werden, erzählt Nandor von der Luehe, im Interview mit Thaizeit. Der Schweizer Geschäftsmann ist Vorsitzender der Vereinten Ausländischen Handelskammern in Thailand (JFCCT), dem Dachverband von rund 10.000 ausländischen Firmen.
Herr von der Luehe, Thailand galt bisher als sicherer Wert für ausländische Investoren. Ein Land mit solidem Wachstum, angenehmen Arbeitsbedingungen und das alles erst noch in einer Umgebung, in der auch Mitarbeiter aus dem Ausland gerne einmal für ein paar Jahre arbeiten. Ist dies nun vorbei? Die politischen Turbulenzen die wir in den letzten Monaten in Thailand erlebt haben waren bestimmt alles andere als fördernd um neue Investitionen in das Land zu bringen. Doch im Ausland wurde es bestimmt viel krasser aufgenommen als es sich im Inland tatsächlich abgespielt hat. Wichtig ist, dass die Regierung wieder Stabilität beibringen kann und dass die Gesellschaft nicht gespalten bleibt.
Was Thailand braucht ist eine stabile Regierung, sie sagen es. Darauf haben Sie als Vertreter der ausländischen Firmen wenig Einfluss. Wo können Sie denn ansetzen, damit das Vertrauen ausländischer Firmen zurück gewonnen werden kann? Die thailändische Regierung muss vor allem im Ausland alles daran setzten das Vertrauen zurück zu gewinnen. Firmen die bereits in Thailand operativ sind werden kaum ihre Investitionen in ein anderes Land verlegen. Auch deren Expansions-Investitionen werden weiterhin getätigt, falls der Markt dies erlaubt. Aber gerade bei den neuen Investitionen kämpft Thailand gegen einen Vertrauensschwund.
Was hat denn die JFCCT diesbezüglich gemacht in den letzten Wochen? Gibt es schon konkrete neue Anreize fürs kommende Jahr? Bei jeder sich bietenden Möglichkeit haben wir darauf hingewiesen, dass Vertrauensbildung und Stabilität sehr wichtig sind. Ohne Stabilität kann kein Wirtschaftspaket richtigen Erfolg haben. |
Als Vorsitzender der Vereinten Ausländischen Handelskammern vertreten Sie rund 10.000 ausländische Firmen und damit ein großes Kapital von zum Teil sehr großen internationalen Konzernen. Werden Sie von der thailändischen Regierung so wahrgenommen? Werden also Vorschläge und Argumente von Seiten der thailändischen Regierung auch aufgenommen? Findet da denn wirklich ein konstruktiver Dialog statt? Die thailändische Regierung realisiert sehr wohl den Einfluss der JFCCT. Wir halten regelmäßig Beratungsgespräche mit den verschiedenen Ministerien in denen wir unsere Meinung außern. Letzten Freitag hatten wir ein solches Gespräch mit dem Industrie-Ministerium und dem Board of Investment. Es waren auch Vertreter von anderen Ministerien eingeladen und wir konnten unsere Bedenken und Anregungen vorbringen. Bei vielen Diskussionspunkten wurden unsere Sorgen nicht nur wahrgenommen, sondern wir haben von den entsprechenden Regierungsstellen auch Korrekturen und Gesetzesänderungen zugesichert bekommen. Ein klares Zeichen, dass die Meinung der JFCCT sehr ernst genommen wird und dass wir Resultate entsprechend ausweisen können.
Herr von der Luehe, sie haben selbst eine Firma in Thailand. Haben Sie denn auch schon darüber nachgedacht, wie lange Thailand für Sie als Standort noch Sinn macht? Unternehmer, die Thailand kennen, haben keine Bedenken wegen der Spannungen wie wir sie in den letzten Monaten erlebt haben. Nicht nur für mich ist der Standort Thailand nach wie vor ein sehr attraktiver.
Wie lautet Ihre Prognose für 2009? Wie stark wird Thailands Wirtschaft wachsen? Das kommende Jahr wird bestimmt ein herausforderndes Jahr werden. Nicht nur wegen der innenpolitischen Spannungen, sondern vor allem wegen der internationalen Wirtschaftskrise. Thailands Finanzmarkt war nur am Rande betroffen doch die internationale Finanzkrise hat zur Folge, dass weniger Produkte exportiert werden. Um die Exportlücken stopfen zu können ist es immens wichtig, dass der Binnenmarkt keinen politischen Spannungen ausgesetzt wird und dass die Regierung in der Lage ist Einheit und Stabilität wieder herzustellen. Gerade in schwierigen Zeiten braucht es den politischen Willen neue Ideen durchzusetzen. Ich glaube die Öffnung des Dienstleistungssektors würde dem Land den nötigen Aufwind geben und Thailand wieder attraktiv machen.
Wir danken Ihnen für dieses Gespräch! |